Dies und das 2014

05.12.2014

Perchten - Berchtesgaden, wie passt das zusamm`? (frei nach der Biermöslblosn)


Was die Gegenwart angeht, überhaupt nicht. Doch sind gerade die Perchten ein Beispiel dafür wie sich Bräuche dauernd ändern.
Denn Berchtesgaden war einmal, zumindest was die Aktenlage angeht, das Zentrum des Perchtenbrauchs im Alpenbereich.
Erste Erwähnung von Perchten 1582 in Diessen am Ammersee.
Dann aber ab 1601 für über hundert Jahre fast nur noch Berichte aus Berchtesgaden, vor allem um diesen Brauch zu auszurotten: "ain abgedisch Gotlos, verruechts wesen, dabei aller hanndt grosse Sündt und allerlei Übels fürgeet."
Der Kampf des Hofrats der Fürstpropstei scheint Früchte getragen zu haben. Denn 1708 gibt es das letzte Zeugnis von Perchten aus Berchtesgaden: In der Schönau wurde eine Perchtengruppe erwischt. Drei Brüder Prandtner, einer in Weibskleidern die anderen mit Glocken und umgekehrten Röcken. Sie kamen gerade noch einmal ohne Schandstrafe davon.
Die heutigen Perchtengruppen im Salzburgischen wurden übrigens erst im 19. Jahrhundert als Untergruppen von Trachtenvereinen neu "erfunden" und schauen wohl deshalb so unterschiedlich aus. Vom heutigen Erscheinungsbild her also relativ neue Bräuche.

24.08.2014

Verwahrloster historischer Brunnen vor dem Hangenden Stein

Unser Vereinsmitglied Gabriele Irlinger hat uns auf einen Brunnen aus dem 16. Jahrhundert kurz vor der Grenze aufmerksam gemacht, der in einem jämmerlichen Zustand ist.

Kreisheimatpfleger Johannes Schöbinger schreibt dazu:
"Wappengeschmückter Bildstock als Brunnensäule mit Trog aus Rotmarmor; tabernakelförmiger Aufsatz; auf einer Seite das Berchtesgadener Stiftswappen, gegenüber das Wappen von Fürstpropst Balthasar Hirschauer (reg. 1495 - 1508 res.), Mitra in der Mitte; das Flurdenkmal ist als Rechtsmal zu deuten. Zuständig für den Brunnen ist derzeit das Staatliche Bauamt Traunstein."
Nachforschungen dort haben ergeben, dass an eine Sanierung derzeit leider nicht gedacht ist.