Dies und das 2015

13.12.2015

Warum hat Berchtesgaden eine Andreaskirche?


Während der Heilige Petrus neben Paulus zum wichtigsten Heiligen der römischen Kirche wurde, stieg sein Bruder Andreas im Laufe des Früh- und Hochmittelalters zum wichtigsten Heiligen des Oströmischen Reichs (Byzanz) und damit zur Ostkirche auf. Andreas gilt dort auch als der Gründer des Bischofsstuhles von Konstantinopel. 

Wenn also im Westen im frühen Mittelalter eine Andreaskirche gebaut wurde, könnte dies unter Umständen auch etwas mit Byzanz zu tun gehabt haben, so die Mittelalterhistorikerin Claudia Alraum, die sich in ihren Forschungen u.a. mit dem Andreaskult in Rom beschäftigt hat. Im Hochmittelalter aber, also in der Zeit, in der 1102 das Stift Berchtesgaden gegründet wurde, hatten sich die Umstände verändert. Zu dieser Zeit herrschte im Römisch-Deutschen Reich der so genannte Investiturstreit: viele Jahrzehnte lang wurde gestritten um die Frage, wer Bischöfe einsetzen dürfe, der Papst oder der Kaiser. Graf Berengar von Sulzbach, der Gründer des Berchtesgadener Chorherrenstifts, war einer der wichtigsten Adeligen auf der Seite des Papstes. Aus diesem Grund hat er in der Gründungsurkunde das Stift auch unter den besonderen Schutz des Papstes gestellt. Damit versuchte er vermutlich, das Stift dem Einfluss des Kaisers zu entziehen. Es ist davon auszugehen, dass das Stift deshalb die gekreuzten Petrusschlüssel als Wappen erhalten hat und die Stiftskirche deshalb (neben Johannes) dem Heiligen Petrus, dem ersten Papst, geweiht worden ist. Frau Alraum hat nun berichtet, dass es durchaus vorkam, eine Kirche Petrus und eine benachbarte Kirche dessen leiblichem Bruder Andreas zu weihen. So konnte die Bedeutung des Petrus quasi zusätzlich unterstrichen und damit symbolisch die Nähe zum Nachfolger Petri, dem Papst, demonstriert werden. Wir wissen nicht, wann die erste Vorläuferkirche der heutigen Andreaskirche gebaut worden ist. Aber nach Funden während der letzten Renovierung muss es schon sehr früh gewesen sein. Von daher kann man davon ausgehen, dass die Pfarrkirche St. Andreas ihr Patrozinium genauso wie die Stiftskirche Petrus und Johannes der gedanklichen und politischen Nähe zum päpstlichen Rom zu verdanken hat.
Gernot Anders

 

 

17.11.2015

Warum heißt der Grünstein Grünstein?

Blöde Frage, möchte man meinen. Weil er von Berchtesgaden aus wie ein grüner Stein ausschaut. Da Greaschtoa hoid.
Doch so einfach ist es nicht.
Es gibt noch Schönauer vom Fuß des Grünsteins, die ihn Grinschtoa aussprechen und früher muss diese ungewöhnliche Ausspache verbreiteter, wenn nicht gar üblich gewesen sein. Der Forstmann Karl Aigner z.B. hat die Aussprache grinschtoa in seinem 1932 veröffentlichten Werk "Die Namen im Berchtesgadener Land" (Neudruck 1989 durch den Heimatkundeverein) als die alleinige angegeben. Er denkt dabei an Grind = Kopf, vermutet aber als noch älteres Wort die Bezeichnung Grundstein, erhalten noch im Namen Grundmühle.
Hier soll nun eine andere Deutung vorgestellt werden. Wenn man von der Jennerseite rüberschaut, sieht das Gebiet über der Kunsteisbahn bis rauf wie ein Gerinne aus, also mundartlich Grinn. Von Grinn bis Grinschtoa wäre es gar nicht weit. Eine hundertprozentige Namensdeutung kann dies allerdings auch nicht sein. Die gibt es nur selten. Es kann nur um wahrscheinlicher oder unwahrscheinlicher gehen. Der grüne Stein dürfte es allerdings auf keinen Fall sein.
GA

15. 10. 2015

Herbstausflug nach Ingolstadt

Der Herbstausflug des Heimatkundevereins führte heuer nach Ingolstadt. Hauptziel war die Landesausstellung Napoleon und Bayern, der in der Presse ein besonderer Ruf vorauseilte. Das konnte die kleine, aber interessierte Gruppe aus Berchtesgaden nur bestätigen. Hervorragende Exponate, aus Wien über München bis nach Paris, aber auch ein Grenzstein aus dem Berchtesgdener Heimatmuseum waren zu besichtigen. Didaktisch und methodisch hervorragend aufgearbeitet. Ausnahmsweise ging es nicht nur wie üblich um die Geschichte der Mächtigen, sondern in besonderem Maße auch um das Leid der einheimischen Bevölkerung in diesen Kriegsjahren, an sehr konkreten und realistischen Beispielen aufgezeigt. Und dann noch gute Führer, die informierten und unterhielten. Die Zeit verlief im Nu.

Nach dem Mittagessen in einer der besten Wirtshäuser der Stadt vertiefte eine Stadtführerin das Grundwissen, das Organisator Gernot Anders über die ehemals bedeutende Residenz- und Universitätsstadt bei der Hinfahrt bereits im Bus vermittelt hatte: Im grandiosen Münster "zur Schönen Unserer Lieben Frau" (heißt wirklich so), eineinhalbmal mal so lang wie der Freisinger Dom, in der Kirche "Maria de Victoria", von der marianischen Studentenkongregation erbaut und von den Gebrüdern Asam mit beeidruckender Illusionsmalerei ausgestattet. Dass entgegen der Vermutung Nebel an der Donau in Ingolstadt die Sonne herauskam und die Stadt in klares herbstliches Licht tauchte, rundete diese interessante Fahrt ab.

20. 09. 2015

Vertreter der Berufsgenossenschaft bitte wegschauen.

Leitern wurden in Berchtesgaden von draufgängerischen Burschen früher nicht nur fürs Fensterln verwendet.

Foto: Archiv Heimatkundeverein

 

 

 

21.08.2015

Beim derzeitigen Umbau des Kurhauses ist es nicht ganz uninteressant, sich noch einmal die Modelle der Bewerber für den 1972/73 erfolgten Neubau anzusehen. 
Fotos: Archiv Heimatkundeverein, abgedruckt auch in "Berchtesgaden im Wandel der Zeiten", Ergänzungsband 1

 

 

31.07.2015

Berchtesgadener Kurgarten - Siechtum eines landschaftsarchitektonischen Kunstwerks

Provokativ, aber aus gutem Grund.
Der Berchtesgadener Kurgarten wurde kurz nach dem Zweiten Weltkrieg angelegt. Mit ihm sollte eine besondere Idee verwirklicht werden.

An Stelle des heutigen Kurgartens befand sich früher der Hofgarten der Fürstpropstei. Es gab eine Sichtachse Schloss - Hofgarten - Franziskanerkloster - Watzmann. Vergleichbar der Salzburger Sichtachse Schloss Mirabell - Mirabellgarten - Dom - Feste Hohensalzburg.
Diese Sichtachse sollte bei der Gestaltung des Kurgartens aufrecht erhalten und verstärkt werden durchdie Fluchtung der beiden Wasserbecken und Reihen von japanischen Zierkirschbäumen.

Diese historische Sichtachse wurde inzwischen an beiden Enden unterbrochen und damit weitgehend zerstört: durch den Querflügel des Kurhauses und die Pergola in Richtung Schloßseite.

Ein weiteres Gestaltungselement damals: Der Kurgarten sollte nicht mehr den ursprünglichen Herren dienen, den Chorherren im Schloß, sondern den Kurgästen, die im heutigen Nationalpark Erholung suchen. Die alte Achse sollte dadurch nicht nur geographisch, sondern auch hinsichtlich der Bepflanzung einen Übergang vom Schloß zum Watzmann und damit zum Nationalpark (früher Naturschutzgebiet) schaffen. Dadurch, dass mit Ausnahme von Zierkirschen und Rosen, die an die alte Bestimmung als Hofgarten erinnern sollten, einheimische Pflanzen verwendet wurden, um in das Schutzgebiet um den Königssee überzuleiten. Wer heute durch den Kurgarten geht, sieht viele Allerweltspflanzen, die mit dem ursprünglichen Konzept nur noch wenig zu tun haben..

Die meisten Berchtesgadener werden über Entstehung und Entwicklung unseres Kurgartens wenig oder nichts wissen. Umso erfreulicher ist es, dass der Heimatkundeverein die Genehmigung erhalten hat, die Diplomarbeit von Carolin Perl und Hubert Deininger "Grün im Rahmen der Stadtentwicklung von Berchtesgaden" als pdf auf seine Webseite zu stellen. (Achtung 47 MB!)
Kurgarten ab Seite 86.
www.heimatkundeverein-berchtesgaden.de/index.php?

Dass die damaligen Studenten Berchtesgaden als Stadt statt als Markt bezeichnet haben, sei den "Daußdrigen" dank ihrer großartigen Arbeit mehr als verziehen. Möge ihre Arbeit den am Wohl Berchtesgadens Interessierten und besonders den politisch Handelnden in vielfacher Hinsicht Grundlage für behutsames Vorgehen in Gegenwart und Zukunft sein.
GA
 

20.06.2015

Unbekanntes vom Obersalzberg
Am Samstag, den 20.6.15 führte Florian Beierl,  einer der besten Kenner des Ortes, ca. 30 Mitglieder und Interessierte des Heimatkundevereins über den Obersalzberg. An den Stationen Koksbehälter – ehem. Gewächshaus – Kindergarten – Tall-Boy-Krater – Berghofgelände erfuhr die Gruppe jede Menge über den Abriss der alten Ortschaft, über Bau und Versorgung der NS-Bauten und das Leben am Obersalzberg zur NS-Zeit. Herr Beierl ließ keine der zahlreichen Fragen unbeantwortet. Die Führung war so interessant, dass sie trotz des nasskalten Wetters doppelt so lang gedauert hat als geplant. Herzlichen Dank an Herrn Beierl für die äußerst informative und gelungene  Veranstaltung.

 

02.06.2015

Vor einigen Jahrzehnten hat der Vorsteher des Berchtesgadener Franziskanerklosters eine Almwanderung unternommen. Dort angekommen, wurde er vor dem Kaser schon von der Sennerin begrüßt: "I ho scho gwisst, dass d kimmst, Pater Superi." Der Pater Superior erstaunt: "Woher haben Sie das denn gewusst?" Antwort der Sennerin: "Heid in da Fruah hod ma a Kuah aufs Drischbei (für Auswärtige: Türschwelle) gschissn. Und des hoaßt dass si houha Bsuach okindigt."
Auch wenn die Geschichte wider Erwarten nicht wahr sein sollte, so ist sie doch gut erfunden.

 

01.05.2015

1. Mai 1945: Prof. Dr. Rudolf Kriss kommt frei
Neuauflage seines Buches „Im Zeichen des Ungeistes“ durch den Heimatkundeverein Berchtesgaden

Heute vor 70 Jahren kam der Berchtesgadener Prof. Rudolf Kriss (ursprünglich Kriß) nach dem Einmarsch der Amerikaner wieder in Freiheit. Damit ging für ihn eine schlimme Odyssee zu Ende. 1944 in Berchtesgaden wegen regimekritischer Äußerungen denunziert, im gleichen Jahr vom Volksgerichtshof in Berlin durch den berüchtigten Vorsitzenden Roland Freisler wegen Wehrkraftzersetzung zum Tode verurteilt. Danach zu lebenslänglich Zuchthaus begnadigt, einem Todesmarsch von Straubing nach Dachau entkommen, wieder eingefangen und letztlich doch frei gekommen.
Über seine persönlichen Erlebnisse dieser Zeit hat Kriss nach Kriegsende ein aufwühlendes Buch geschrieben: „Im Zeichen des Ungeistes“. Sprachgewaltig, präzise, klar, ist es ein Buch, das bewegt. Es ist ein Dokument dieser schlimmen Zeit aus seiner persönlichen Warte, es ist aber auch ein Dokument der Humanität, die Kriss immer wieder wiederfahren ist, auch in schlimmsten Zeiten. Dieses Buch, seit Jahren vergriffen, hat der Heimatkundeverein Berchtesgaden nun im Eigenverlag als Neuauflage herausgegeben. Es ist im Buchhandel erhältlich und kostet 9,40 €, für Vereinsmitglieder in der Bücherstube 7,00 €.

Damit soll nicht nur ein Dokument aus der Zeit des Dritten Reichs neuen Lesern zugänglich gemacht werden. Es ist auch ein Dank des Heimatkundevereins, dessen Gründungsvorsitzender und späterer Ehrenvorsitzender Prof. Kriss war. Und es soll damit jüngeren Menschen, denen der Name Kriss vielleicht gar nichts mehr sagt, eine ganz besondere Persönlichkeit Berchtesgadens in Erinnerung gebracht werden: Besitzer des Hofbräuhauses Berchtesgaden, international anerkannter Wissenschaftler aus dem Bereich der Volkskunde, Begründer der Sammlung Kriss, der „weltweit bedeutendsten Sammlung zum Volksglauben Europas“, so der frühere Generaldirektor des Bayerischen Nationalmuseums, wohin Kriss die Sammlung mit 14 000 Einzelstücken geschenkt hat, Verfasser der drei bedeutendsten Bücher zum Berchtesgadener Brauchtum, großzügiger Mäzen Berchtesgadens, bekennender Gegner des Nationalsozialismus, maßgeblich daran beteiligt, dass die Weihnachtsschützen im Dritten Reich trotz aller Bemühungen der Machthaber nicht verboten wurden, nach 1945 für einige Monate Bürgermeister des Marktes Berchtesgaden und Kreisrat bis zu seinem Tod im Jahr 1973.
Gernot Anders

 

19.04.2015

Am 14.4. fand im Gasthof Neuhaus die diesjährige Hauptversammlung des Heimatkundevereins statt. Nach dem laut Vereinsrecht notwendigen Procedere wurde langjährigen Mitgliedern der Dank für 25- bis 50-jährige Vereinsmitgliedschaft ausgesprochen.

Der erste Höhepunkt des Abends war die Verleihung der Ehrenmitgliedschaft an Günther Gödde, die von den ca. 40 anwesenden Vereinsmitgliedern selbstverständlich einstimmig beschlossen worden war. Günther Gödde, der heuer 90 Jahre alt geworden ist und von bewundernswerter geistiger und körperlicher Frische ist, wurde damit für sein jahrelanges Engagement im Vorstand des Vereins gedankt. 

Nach einer Pause, nach der auch eingeladene Nichtmitglieder erschienen waren, kam es zur Verleihung des mit 500,- € dotierten Heimatkundepreises 2015. Bekannt war, dass ihn heuer Prälat Dr. Walter Brugger erhalten würde, 16 Jahre lang Pfarrer der Pfarrei St. Andreas. Nicht bekannt war der Laudator Dr. Peter Kramml, Leiter des Stadtarchivs Salzburg. Es sollte eine Überraschung für Dr.Brugger und die Mitglieder werden. Und die ist gelungen.  

Für diejenigen denen die historische Erfassung Berchtesgadens nicht so vertraut ist: Dr. Brugger war der Initiator der offiziell drei-, de facto jedoch fünf-bändigen "Geschichte von Berchtesgaden". Als Mitherausgeber hatte er den bedeutenden Historiker Prof. Heinz Dopsch gewonnen, der 2014 leider verstorben ist sowie den damaligen "Jungspund" Peter Kramml. Und eben dieser erzählte in seiner Laudatio informativ, spannend und humorvoll über die Entstehung dieses Werks, das für das doch relativ kleine Gebiet Berchtesgaden einzigartig umfangreich wurde. Das war allerdings gar nicht geplant. Geplant waren 2000 Seiten mit 200 Bildern. Am Schluss waren es 4600 Seiten und die 200 Bilder waren bereits im ersten Band "verbraten". Dr. Kramml erzählte, spannend wie in einem Krimi, die Probleme, die dieses Ausweiten für Herausgeber, Finanziers, Verlag, Korrekturleser etc. mit sich brachte. Es war interessant, Dr.Brugger, aber auch das Ehepaar Plenk, die das Werk verlegt hatten, während der einstündigen Laudatio zu beobachten. Abwechselnd Grinsen, mit dem Kopf nicken, die Hände über dem Kopf zusammen schlagen. Man fieberte mit den Protagonisten mit.

Am Schluss ein sichtlich bewegter Dr. Brugger, ein erfreuter Dr. Kramml, dem es ein Anliegen war seinem "Freund Walter" die Ehre zu erweisen, einem Ehepaar Plenk, dem es anzusehen war, wie es sie freute, dass ihr grenzwertiges Engagement der damaligen Zeit mit geehrt wurde und ein beeindrucktes Publikum. Wer nicht dabei war hat was versäumt.
Gernot Anders

 

27.03.2015

Gestern hat im Gasthof Neuhaus ein Treffen stattgefunden, bei dem Vorstandsmitglieder des Heimatkundevereins Fragen aus der Mitte einer Gruppe von Facebookfreunden beantwortet haben. Etwa 20 Personen hatten sich eingefunden. Unter der Moderation von Gernot Anders wurde viel und Interessantes gefragt und kompetent vor allem von Alfred Spiegel-Schmidt und Johannes Schöbinger beantwortet. Ob es nun um die Berchtesgadener Exulanten ging, Näheres zum Heldenfriedhof oder über den Mühlbach. Die zwei Stunden verflogen im Nu und es wurde allenthalben der Wunsch geäußert ein solches Treffen zu wiederholen.

 

03.03.2015

Trotz Trachtenvereinen ändern sich Tracht und Gebrauch von Tracht, oft kaum bemerkt. So war es vor Jahrzehnten unüblich dass die Markterer Bürger Tracht trugen, sondern das "herrische Gwand". Die Tracht, das "Bauerngwand", wurde in den Landgemeinden getragen. Dazu eine wahre Geschichte:
Abweichend von dieser ungeschriebenen Kleiderordnung ließen sich vor knapp 100 Jahren Klara Schuster, Schwester des früher bekannten Bergführers Helmut Schuster, gemeinsam mit einer Freundin eine Berchtesgadener Frauentracht machen. Voller Stolz führte sie ihr erster Spaziergang damit in die Gern. Doch als sie bei einem Lehen vorbeikamen, rief die dortige Bäuerin heraus: "Do schau her. Moaktara Maschkara." 

 

12.02.2015

Zur derzeitigen Debatte auf Facebook und im Berchtesgadener Anzeiger über Asylbewerber hier ein heimatkundlicher Beitrag:
Vor vielen Jahren gab es im Bayerischen Rundfunk eine Hörfunksendung. Thema: In Augsburg herrschte große Aufregung weil sich eine Gruppe von Ausländern dort niederlassen wollte. Die Bürger wehrten sich massiv dagegen. Sie fürchteten um ihr Eigentum und um die Sicherheit ihrer Töchter. Und sie setzten durch dass diese gefährlichen Leute nicht in der Stadt unterkamen sondern in Zelten am Lech.
Erst am Ende der Sendung kam die Auflösung: Es war keine aktuelle Berichterstattung sondern die Aufbereitung von Vorkommnissen aus dem Jahr 1733. Und die gefährlichen Ausländer waren Berchtesgadener, die wegen ihres protestantischen Glaubens aus ihrer Heimat, der Fürstpropstei, vertrieben worden waren. Sie hatten gehofft bei ihren Glaubensbrüdern in Augsburg wären sie willkommen. Aber ....
G.A.

 

18.01.2015

Während des 2. Weltkriegs hat ein SS-Mann für das Winterhilfswerk zur Unterstützung der deutschen Wehrmacht gesammelt. Reaktion eines Berchtesgadeners: "Wanns koa Gejd ned habds, fangts koan Kriag ned o."
(Die Frau unter dem alten Neuhaustorbogen schaut auch nicht sehr beglückt aus.)

 

02.01.2015

Nach dem schneeärmsten Dezember seit Gedenken erfolgte dann doch noch ergiebiger Schneefall ab dem Stefanitag. Auch Prinzregent Luitpold im Luitpoldpark war kaum noch zu erkennen.
Zur Auffrischung: Als König Ludwig II. im Jahr 1886 starb, wurde offiziell dessen Bruder Otto König. Da dieser aber geisteskrank und deshalb regierungsunfähig war, übernahm seine Aufgaben Luitpold von Bayern, der Onkel von Ludwig II. und Otto. Da König Otto ja lebte, nannte sich Luitpold Prinzregent und führte für Otto die Staatsgeschäfte. Er war sehr beliebt und war als leidenschaftlicher Jäger natürlich oft in Berchtesgaden.