Evangelische Gemeinde Berchtesgaden

Mai 2017

1810 kam Berchtesgaden zu Bayern, wo es bereits seit 1808 eine protestantische Gesamtgemeinde gab, die sich erst 1824 Kirche nennen durfte und an deren Spitze der katholische König als "oberster Bischof" stand.

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1803 erließ Kurfürst Max IV. Joseph das bayeri­sche Religionsedikt. Es sprach grundsätzlich den evangelischen Untertanen gleiche bürgerliche Rechte zu. 1810 kam Berchtesgaden zu Bayern, wo es bereits seit 1808 eine protestantische Gesamtgemeinde gab, die sich erst 1824 Kirche nennen durfte und an deren Spitze der katholische König als "oberster Bischof" stand.

Nach Errichtung der Reisepredigerstelle München wurde im Herbst 1849 im Kapitelsaal des Schlosses der erste evangelische Got­tesdienst gefeiert, an dem auch die bayerische Königin Therese teilnahm. Sie war evangelisch und ihr ist es zu verdanken, dass der schönste Saal des Schlosses den Protestanten 50 Jahre lang unentgeltlich zur Verfügung stand.

1874 kam Berchtesgaden zur neu gegründeten Filial-Kirchenge­meinde der evangelischen Pfarrei München in Bad Reichenhall. Es dauerte jedoch noch bis 1878, ehe Vikar Theodor Hacker als erster Geistlicher seinen Dienst in Bad Reichenhall antreten konnte. 1887 wurde Reichenhall selbständige Pfarrei, der auch Berchtesgaden nach wie vor angehörte.

1891 gründete sich in Berchtesgaden der evangelische Kirchen-bauverein, dem Prof. Carl Linde vorstand. Bereits 1899 konnte die evangelische Christuskirche in Berchtesgaden eingeweiht werden. Architekt war Prof. August Thiersch aus München.

Nach dem 1. Weltkrieg ließen sich etliche adelige Familien und entlas­sene Offiziere in Berchtesgaden nieder, so dass die örtliche Gemeinde kräftig anwuchs. Auf Antrag des Kirchen-bauvereins genehmigte der Landeskir­chenrat 1921 die Errichtung einer selbständigen Pfarrei in Berchtesgaden.

1930 konnte die direkt neben der Kirche liegende Villa Fernande erworben werden, welche seitdem der evangelischen Gemeinde als Pfarrhaus dient.

Alfred Spiegel-Schmidt